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Literatur

     
02.08.2007 16:49

Der Autor <Paulo Coelho

Paulo Coelho , geboren 1947 in Rio de Janeiro , begann nach ausgedehnten Reisen zu schreiben.Mit seinem Weltbestseller "Der Alchemist" wurde er >>neben Gabriel Garcia Marquez der meistgelesene latainamerikanische Schriftstellerder Welt<<

Coelho ist Literatur für Menschen , die zwischen den Buchdeckeln eher Wärme suchen als Aufregung , die sich vom Sog jener einfachen Weisheiten mitreißen lassen , die auch Bücher wie Jostein Gaarders >> Sofies Welt oder Susanna Tamaros Geh wohin dein Herz dich trägt<< so erfolgreich gemacht haben .

>>Literatur als Lebenshilfe ,als Zauber des Wesentlichen.<<

Paulo Coelhos Leben war von Beginn an religiös geprägt. Als Junge besuchte Coelho die Jesuitenschule San Ignacio in Rio de Janeiro, in der er bei einem schulischen Lyrikwettbewerb einen Preis erhielt. Coelho studierte gegen den Wunsch seines Vaters, der ihn gerne als Ingenieur gesehen hätte, Rechtswissenschaften, unterbrach 1970 jedoch sein Studium, um als Hippie eine zweijährige Weltreise durch Südamerika, Nordafrika und Europa zu machen.

Coelhos anschließende Tätigkeit als Theater- und Drehbuchautor sowie sein in dieser Zeit währender Drogenkonsum wurden von seinen streng katholischen und konservativen Eltern scharf verurteilt. Sein rebellisches Aufbegehren gegen die Vorstellungen und Ziele seiner Eltern führte aufgrund der Annahme, ihr Sohn sei geistesgestört, zu insgesamt drei Einweisungen in die psychiatrische Anstalt „Casa de Saúde Dr. Eiras“ (1966, 1967 und 1968), wo er auch mit Elektrokrampftherapie behandelt wurde. Die Erfahrung stationärer psychiatrischer Behandlung schilderte er später in seinem Roman Veronika beschließt zu sterben.

Coelho war und ist auch politisch tätig. Der Musiker Raul Seixas und Coelho wurden 1973 Mitglieder der antikapitalistischen „Alternativen Gesellschaft“, die Freiheit und Selbstbestimmung propagierten, und in der Schwarze Magie praktiziert wurde. Coelho engagierte sich in dieser Zeit für eine Comicserie, genannt „Kring-ha“, die ebenfalls für mehr Freiheit im vom Militär regierten brasilianischen Staat eintrat. Aufgrund der möglichen Gefahr einer Oppositionsbildung wurden die beiden Männer 1974 vom Militärregime verhaftet. Zwei Tage nach seiner Freilassung wurde Coelho von einer paramilitärischen Organisation für mehrere Tage verschleppt und gefoltert. Er fügte sich selbst Wunden zu und konnte glaubhaft machen, dreimal in einer Nervenheilanstalt gewesen zu sein. Die Entführer erachteten ihn für geistesgestört und deshalb nicht für sein politisches Engagement verantwortlich und ließen ihn frei.

Zwischen 1974 und 1976 schrieb er unter anderem zusammen mit Raul Seixas provokante Songtexte. Es entstanden insgesamt 65 Rocklieder, die sich in Brasilien großer Beliebtheit erfreuen. Weitere Texte schrieb er für Rita Lee, Elis Regina und für Maria Bethânia. Coelho interessierte sich stets für die unterschiedlichsten alternativen Lebensmodelle und Anschauungen, so unter anderem für die Ideen und Riten der Hare Krishna und der Wicca. 1977 verließ er Brasilien und zog mit seiner ersten Frau für ein Jahr nach London, das er erfolglos der Schriftstellerei widmete. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien arbeitete er drei Monate als leitender Angestellter bei den Plattenfirmen CBS und PolyGram. Ebenfalls war er kurze Zeit für ein Musikmagazin und eine eigene Untergrundzeitschrift als Redakteur tätig. Abrupt beendete er seine beruflichen Ambitionen und trennte sich auch von seiner ersten Frau.

Auf einer Reise durch Europa besuchte Coelho mit seiner Freundin und späteren Frau Christina unter anderem das Konzentrationslager von Dachau. Er berichtete, dort eine Vision gehabt zu haben, bei der ihm ein Mann erschienen sei, der ihm zwei Monate später in einem Café in Amsterdam begegnete. Im Gespräch überzeugte ihn dieser, zur katholischen Religion zurückzufinden, und sich auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu begeben. Von 1980 bis 1985 lebte Paulo Coelho nach eigener Darstellung zurückgezogen in einem spanischen alten Orden namens „Tradition“, um die christliche Symbolsprache zu studieren; ebenfalls nach seiner eigenen Darstellung handelt es sich dabei um einen Orden namens „R.A.M.“ („Regnus Agnus Mundi“, nur unter der Voraussetzung, dass „Regnus“ ein Eigenname ist, korrektes Latein; dann auf Deutsch „Regnus, das Lamm der Welt“) mit katholischem Ursprung, der 1492 ohne Amtssitz gegründet worden sei. Seine Begehung des Jakobswegs im Jahr 1986 – eine Erfahrung, die er als Wendepunkt seines Lebens versteht – sowie Exerzitien des R.A.M. verarbeitete Coelho im gleichnamigen Buch Auf dem Jakobsweg – Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela, das ein Jahr später erschien.

Paulo Coelho erhielt 2002 die für brasilianische Schriftsteller größte Auszeichnung: er wurde zum Mitglied der „Academia Brasileira de Letras“ gewählt, die sich unter anderem die Aufgabe gesetzt hat, die portugiesische Sprache zu pflegen. Zudem ist er Sonderberater des UNESCO-Projekts „Convergences spirituelles et dialogues interculturels“ (Interkultureller Dialog) und Vorstandsmitglied der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship. Einen Teil seines Vermögens spendete er in seine selbst gegründete Stiftung „Instituto Paulo Coelho“. Mit einem jährlichen Budget von 400.000 Dollar hilft Coelho Favelas, hilfsbedürftigen Kindern sowie alten Menschen und unterstützt die Übersetzung brasilianischer Literatur in andere Sprachen. Außerdem spendete er an Kinderkrankenhäuser und andere Institutionen im Ausland beträchtliche Summen.

Zur Zeit lebt er mit seiner zweiten Frau, der Malerin Christina Oiticica, in Rio de Janeiro und in Tarbes, Frankreich, in unmittelbarer Nähe von Lourdes. Er bezeichnet sich als begeisterter Fan der brasilianischen Fußballnationalmannschft.

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02.08.2007 16:37

128.Seite

Wenn der Befehl kommt ,woanders hin zu ziehen , sucht der Krieger alle Freunde auf , die er auf seinen Weg gemacht hat .Einigen hat er beigebracht , die Glocken einer versunkenen Kirche zu hören ,anderen hat er am Lagerfeuer Geschichten erzählt.

Sein Herz ist traurig , aber er weiß , dass sein Schwert geweiht ist und er den Befehlen dessen gehorchen muß , dem er seinen Kampf geschenkt hat.

Dann dankt der Krieger des Lichts seinen Weggefährten , atmet tief durch und schreitet aus , und ihn begleiten die Erinnerungen einer unvergeßlichen Wanderung .

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02.08.2007 16:27

127.Seite

Der Krieger weiß , dass es einen Dominoeffekt gibt.

Er hat schon häufig Menschen gesehen , die falsch an jemanden handelten , der nicht den Mut hatte sich zu wehren.Dieser hat dann aus Feigheit und Ressentiment seine Wut an jemand noch Schwächeren ausgelassen , der sie wiederum an jemand anderem ausließ.So setzt sich das Unglück fort.Niemand kennt die Folgen seiner eigenen Grausamkeit.

Daher ist der Krieger vorsichtig im Gebrauch seines Schwertes und erkennt nur einen Gegner an , der seiner würdig ist.Übermannt ihn die Wut , traktiert er den Fels mit Fausthieben und verletzt seine Hand.

Die Hand wird wieder heilen , aber das Kind , das von seinem Vater geschlagen wurde , weil dieser eine Schlacht verlor ,wird sein ganzes Leben davon geprägt sein.

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02.08.2007 16:17

126.Seite

Ein Krieger weiß , dass der Zweck nicht die Mittel heiligt.

Weil es keinen Zweck gibt.Es gibt nur Mittel.Das Leben trägt ihn von Unbekanntem  zu Unbekanntem.In jeder Minute liegt dieses aufregende Geheimnis:Der Krieger weiß weder , woher er kommt , noch , wohin er geht.

Aber er ist nicht zufällig hier.Und er freut sich über die Überraschung , ist hingerissen von beisher unbekannten Landschaften.Häufig empfindet er Angst,daber das ist bei einem Krieger ganz normal.

Denkt er nur an das Ziel , dann kann er nicht auf die Zeichen amWege achten.Konzentriert er sich nur auf eine Frage , werden ihm viele andere Antworten entgehen.

Daher gibt sich der Krieger hin.

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02.08.2007 16:08

125.Seite

Im Kampf muß man die Augen offenhalten und treue Gefährten an seiner Seite haben.

Es kann passieren , dass derjenige der an der Seite des Kriegers des Lichts gekämpft hat , plötzlich zu dessen Feind wird.

Die erste Reaktion ist der Haß.Aber er Krieger weiß , dass ein blinder Kämpfer inmitten der Schlacht verloren ist.

Daher versucht er , das Gute zu sehen , das der ehemalige Verbündete in der Zeit getan hat , als sie noch zusammen kämpften.Er versucht zu verstehen , was ihn zur unvermittelten Änderung seiner Haltung bewogen hat ,welche Verwundungen sich in seiner Seele angehäuft haben.Er versucht herrauszubekommen ,was einen der beiden dazu gebracht hat , den Dialog aufzugeben.

Niemand ist ganz und gar gut und gar böse.Daran denkt der Krieger , wenn er sieht , dass er einen neuen Gegner hat.

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02.08.2007 10:09

124.Seite

Gib den Toren tausend Intelligenzen , er wird nur deine haben wollen>>,laut ein arabisches Sprichwort .

Wenn der Krieger des Lichts beginnt , seinen Garten anzulegen , bemerkt er seinen Nachbarn , der ihm zusieht und der ihm Vorschläge macht , wie er seine taten säen , seine Gedanken düngen , seine Erfolge begießen soll.

Achtet er auf dessen Worte , wird er eine Arbeit machen , die nicht seine ist.Den Garten den er dann bestellt ,entspricht der Vorstellung des Nachbarn.

Aber en wahrer Krieger des Lichts weiß , dass jeder Garten seine geheimnisse hat , die nur die geduldige Hand des Gärtners enträtzeln kann. Daher wird er der Sonne , dem Regen . den Jahreszeitenseine Aufmerksamkeit schenken .

Er weiß , dass der Tor , der über den Zaun linst und dem Nachbarn Vorschläge zu seinem Garten macht , sich nicht um die eigenen Pflanzen kümmert.

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02.08.2007 09:40

123.Seite

Der Gegner ist weise.

Sobald er kann , greift er zur einfachsten Waffe:der Intrige.Er braucht nicht viel Mühe aufzuwenden , denn die anderen arbeiten für ihn.Fehlgeleitete Worte zerstören Monate des Fleißes , Jahre der Suche nach Harmonie.Der Krieger des Lichts wird häufig Opfer dieses Hinterhaltes.Er weiß nicht woher der Schlag kam , hat nichts , um die Hinterhältigkeit der Intrige zu beweisen.Die Intrige gewährt kein Recht auf Verteidigung:sie verurteilt ohne Gerichtsverfahren.

Dann erträgt er die Konsequenzen und unverdienten Strafen-denn Worte sind mächtig , und dasweiß er.Doch er leidet stumm und schlägt niemals mit der gleichen Waffe zurück.

Ein Krieger des Lichts ist nicht feige.

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01.08.2007 20:40

122.Seite

Mitten auf der Straße steht eine große Menschenansammlung und versperrt den Weg ins Paradies.

Der Puritaner fragt:>>Warum die Sünder?<<

Und der Moralist schreit:>>Die Prostituierte möchte am Bankett teilnehmen !<<

Der Hüter sozialer Werte ruft:>>Wie kann man ehebrcherischen Frau verzeihen, wo sie doch gesündigt hat?<<

Der Büßer zerreißt seine Kleider:>>Warum einen Blinden heilen , der nur an seine Krankheit denkt und sich nicht einmal bedankt?<<

Der Asket schimpft:>> Du läßt zu , dass die Frau ein teures Öl auf dein Haupt gießt!Warum verkaufst du es nicht und kaúfst dafür was zu essen?<<

Lächelnd hält Jesus die Pforte auf.Und die Krieger des Lichts treten , vom aufgebrachten Geschrei unbeeindruckt , ein.

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01.08.2007 20:23

121.Seite

Erstens:Gott ist Aufopferung.Laßt uns in diesem Leben leiden , und wir werden im nächsten glücklich sein.

Zweitens:Wer sich amüsiert , ist ein Kind.Laßt uns ständig angespannt sein.

Drittens:Die anderen wissen , was das Beste für uns ist , weil sie mehr Erfahrung haben.

Viertens:Es ist unsere Pflicht , andere glücklich zu machen.Wir müssen ihnen zu Gefallen sein , selbst wenn dies für uns bedeutet , auf wichtige Dinge zu verzichten.

Fünftens:Man sollte nicht aus dem Becher des Glücks trinken , denn man könnte auf den Geschmack kommen - und er ist nicht immer zur Hand.

Sechstens:Man sollte alle Strafen annehmen.Wir sind schuldig.

Siebtens:Angst ist eine Warnung.Wir werden kein Risiko eingehen.

Dies sind die Gebote die kein Krieger des Lichts gehorchen darf.

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01.08.2007 20:04

120.Seite

Jeder Krieger weiß , dass in allen Sprachen die wichtigsten Worte die kleinen Worte sind.

Ja.Liebe.Gott.

Es sind Worte , die sich leicht sagen lassen und die riesige leere Räume füllen.

Dennoch gibt es ein Wort , das ebenfalls klein ist ,das viele Menschen aber nur schwer aussprechen können:nein.

Wer niemals nein sagt ,hält sich für großzügig , verständnissvoll , wohlerzogen.Weil dem Nein der Ruf vorrausgeht , böse ,egoistisch, wenig spirituell zu sein.

Der Krieger geht nicht in die Falle.Es gibt Augenblicke , in denen er , indem er zu anderen ja sagt , zu sich selber möglicherweise nein sagt.Daher spricht er mit den Lippen nie ein Ja aus , wenn sein Herz nein sagt.

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